Meine schönste Reise

Ein besonderes Reiseerlebnis wirkt lange nach – manchmal noch nach vielen Jahren. Wir vom Welt & Wir-Team haben uns an unsere schönsten Reisen erinnert und blicken zurück auf  unsere besonderen Erlebnisse. Und wir würden uns freuen, wenn Ihr uns Eure schönsten, intensivsten Reisemomente schildert. Die fünf besten Kurzreportagen werden in einem weiteren Blogeintrag veröffentlicht. Schickt Eure Texte (maximal 200 Wörter) und ca. 5 Bilder (Auflösung 1200 x 800px bei 72dpi) bis spätestens 15.1.21 an post@weltundwir.com
Wir sind gespannt!

 

STORY #1 – Ein italienscher Sommer
von Daniel Snaider/ freier WELT & WIR-Mitarbeiter

Wenn ich an die schönste Reisen zurückdenke, läufte es in meinem Kopf wie ein Film ab. Bilder ploppen auf, reihen sich aneinander und es ist schwer eines hervorzuheben. Große Momente passieren immer auf Reisen. Die großen Momente sind aber oft die eigentlich kleinen, unerwarteten und sind manchmal auch nur das Gefühl, das nach einer Reise bleibt. Ein tolles Gefühl war definitiv der Sommer 2019. Es braucht nicht viel: Vier Menschen, die sich mögen, ein altes Wohnmobil, kein Plan und ein herrlicher Sommer in Italien. Die Route, ein Zick-Zack-Kurs Richtung Süden der über die Toskana nach Elba führte.

 

 

Was diese Reise ausgemacht hat, war ein Gefühlt der Freiheit und Unbeschwertheit, ein Gefühl gemeinsam tolle Augenblicke zu erleben und zu sehen, wie sich junge Menschen mit jeder Erfahrung weiterentwickeln. Die Füsse im warmen Sand, tägliche Rationen italienisches Eis, verwinkelte Gassen in den Altstädten, Roller-Touren über einsame Bergstrassen und Schnorchelgänge in kristallblauem Wasser. Fast ein wenig kitschig, tatsächlich, aber doch besonders. Diese Reise hat sich eingebrannt und wird auch viele Jahre später immer Bilder im Kopf aufploppen lassen. Und wenn wir am Lagerfeuer darüber sprechen werden, ist sicher auch das Gefühl dieses italienischen Sommers dabei.

 

 

 

Story #2 – Unterwegs durch Buddhas Bergwüste
von Olaf Krüger / Geschäftsführer von WELT & WIR

Mit Indien verbinde ich viele besondere Erlebnisse. Eines der intensivsten führte mich in den Himalaya, in die kargen Landschaften des ehemaligen Königreiches Zanskar: 300 Kilometer zu Fuss durch Buddhas Bergwüste, vom Kloster Lamayuru bis nach Darcha. Vier Wochen ohne Verkehrslärm, Internet und Telefon, unterwegs zu entlegenen Dörfern, die scheinbar unberührt von einer sich schneller und schneller drehenden Welt hinter himmelhohen Bergpässen verborgen liegen.

 

 

Ich war nicht allein unterwegs. Meine Frau Tine begleitete mich, außerdem Khusal Chauhan, Naturheilkundler, Biobauer und Bergführer und sein Freund Danu, ein begnadeter Koch, der auch auf über 5000 Meter noch fantastische Mahlzeiten zauberte und uns morgens einen dampfenden Chai ins Zelt reichte. Zu unserem kleinen Team gehörte außerdem Ramesh. Er führte unsere fünf Packpferde sicher über alle Pässe. Wir wurden zu einer wunderbaren Gemeinschaft – und zu Freunden.
Am Ende eines jeden Wandertages waren wir erschöpft und hungrig wie Wölfe, aber es war unmöglich, sich nicht von der wilden, fast menschenleeren Natur fesseln zu lassen. In den Hochwüsten des Himalaya erlebte ich ein Gefühl großer Freiheit und der Einheit mit Wind, Wasser, und Steinen.

 

 

Nach der Wanderung glaubte ich, Indiens wandernde Asketen, die sich in diese Höhen des Himalaya zurückziehen, besser verstehen zu können, denn hier werden die Dimensionen zurecht gerückt. Hier begreift auch der letzte Egomane, dass der eigenen Herrlichkeit enge Grenzen gesetzt sind. Durch Indiens grandiose Bergwelt zu wandern macht nicht nur glücklich, sondern auch demütig!

 

 

STORY #3 – Geburtstag in Island
von Pelle Krüger (11 Jahre)

Mein schönstes Reise-Erlebnis war an meinem siebten Geburtstag in Island. An meinem Geburtstag sind mein Vater und ich ganz weit am Strand gewandert, und zurück getrampt . Wir hatten ein Wohnmobil gemietet und übernachteten auf einem Stellplatz in der Nähe eines Vogelfelsens. Vor unserer “Haustür“ war ein riesiger Strand, den wir für uns allein hatten.
Ich glaube das war nicht nur mein schönstes Reiseerlebnis, sondern auch mein schönster Geburtstag.

 

 

STORY #4 – Tölten in Lýtingsstaðir
von Matta Krüger (8 Jahre)

Mattas großer Traum erfüllte sich im Sommer 2020: eine Woche Reiterferien in Island auf dem Hof Lýtingsstaðir. Eine Woche ganz nah an den Pferden, unterwegs in wunderbarer Natur…

 

 

STORY #5 – Wie Gott in Frankreich
 von Tobias Klöpf / freier WELT & WIR-Mitarbeiter

Ich habe einige Jahre im Reisebüro gearbeitet und bin seitdem beruflich in der Reisebranche unterwegs. Reisen ist also irgendwas zwischen Erholung und Business geworden. Was ich aber sofort weiß: Reisen bedeutet für mich mit lieben Menschen sportlich unterwegs sein. Durch Berglandschaften fahren, am besten mit dem Mountainbike, und danach die Speicher wieder lecker auffüllen. Als Bike-Guide für Transalptouren genieße ich das jeden Sommer.

 

 

Aber es gab eine ganz besonders einprägsame Radreise: Vor sechs Jahren als wir noch nicht alles aus Carbon hatten und auf die Wattzahlen achteten. Da bin ich mit meiner großen Liebe Natascha von Deutschland aus mit dem Rad an die Côte d’Azur geradelt. Eine Art Westalpen-Cross, völlig autark, mit Zelt und Gaskocher im Radanhänger. Nach 11 Tagen auf den Mountainbikes über steile Passe, entlang malerischer Bergseen, einem heftigen Unwetter und 8kg Pasta später, fuhren wir am letzten Tag durch die Schlucht von Verdon. Mit dem Rad durch diesen Canyon, in dem die Sonne gnadenlos brannte und die Geier schon über uns kreisten! Das war ein Traum von uns gewesen. An diesem letzten Tag erreichten wir ziemlich abgekämpft auch noch das Mittelmeer und unser Ziel, die Bucht von Agay. Wir waren einfach nur glücklich über die Ankunft nach dieser verrückten Reise, die uns als Paar auch richtig zusammen schweißte.

 

 

Die nächsten drei Tage genossen wir einfach nur die Zweisamkeit und Sprünge in das azurblaue Wasser. Morgens gab es frisch gebackenes französisches Baguette und wir belegten es mit den sonnenverwöhnten Feigen die direkt über unserem Zelt in erster Strandreihe wuchsen. Diesen Geschmack begleitet von der leichten Meeresbrise vergesse ich mein Leben lang nicht mehr. Ich fühlte mich wie Gott in Frankreich und erkannte damals dass es zum Glücklich sein wirklich nicht viel braucht.

 

STORY #6 – Pilgern in Schweden
von Sascha Koller /  Eventhelfer WELT & WIR

Meine erste Pilgerwanderung überhaupt auf dem schwedischen S:t Olavsleden stellte mich immer wieder vor kleinere Herausforderungen. Am überraschend heißen vierten Tag mit vielen Streckenkilometern gingen mir unterwegs die Getränke aus. Kein See, keine Quelle, kein Dorf, nirgendwo Nachschub zu entdecken. In einer Ansiedlung klingelte ich an zahlreichen Häusern. Aber niemand öffnete. Durstig sah ich vor einem alten Gebäude an der ansonsten menschenleeren Straße zwei Frauen stehen. Eine der Damen sprach nur Schwedisch, die andere übersetzte für mich auf Englisch. Woher ich komme? „I am German. And I need some water, please. “ Dann hörte ich auf Deutsch: „Ich bin Kölnerin und lebe seit 17 Jahren hier. Komm’ rein in meinen Friseursalon!“ Meine Trinkflaschen wurden gefüllt, ich bekam frischen Kuchen mit heißem Kaffee serviert und einen Zettel mit der Telefonnummer der Dame in die Hand gedrückt. „Falls Du während Deiner Wanderung mal eine Übersetzerin Schwedisch-Deutsch brauchst, ruf mich einfach an.“

 

 

Mit der beruhigenden Gewissheit, im Notfall eine Übersetzerin erreichen zu können, setze ich meinen Weg fort. Meine Erkenntnis aus diesem Erlebnis: Auf Pilgerwanderungen gibt es keine Zufälle.

 

STORY #7 – Der Prinz aus Kambodscha
von Gabi Janetzko /  Eventhelfer WELT & WIR

Mit dem Magen am Boden hängend schlenderte ich über den Markt in Phnom Phen. Ich kam an einem Stand vorbei, an dem es herrlich nach gut gewürzter Nudelsuppe duftete. Es saßen bereits ein paar Einheimische da. Da hier so gut wie keiner Englisch verstand und ich der Khmerspache nicht mächtig bin, versuchte ich über Fingerzeig verständlich zu machen, dass ich auch gerne einen Teller dieser köstlich riechenden Suppe hätte.

 

 

Normalerweise funktionierte dies prima, doch diesmal fragt mich die Frau, auf deren Teller ich zeigte: „Do you speak English“? Lachend antworte ich „Yes, of course!“. „How can I help you“? Sofort kamen mir die Frau sie hiße Lina – und ihre Familie zu Hilfe und binnen weniger Sekunden hatte ich alles: einen Hocker zum Sitzen, eine Nudelsuppe und einen frisch gepressten und eisgekühlten Zuckerrohrsaft. Wir unterhielten uns blendend. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend. Am Ende bestand Lina gar darauf, mich in mein Guesthouse zu bringen. So setzte ich mich also in ihren Wagen. Kaum eingestiegen klingelte auch schon Linas Telefon. Sie shakerte lustig am Telefon und erklärte mir nebenbei, dass sie gerade mit dem Prinzen telefoniere, der ein sehr guter Freund von ihr sei.

 

Ohne Vorwarnung drückte sie mir das Telefon in die Hand und sagte: „Say hello to the Prince, he’s a very nice man“. Ich wusste überhaupt nicht wie mir geschah. Über was spricht man mit einem Prinzen? Nach meinem kurzen Gestammel fragte mich Lina: „Would you like to meet the Prince“? Schon eine halbe Stunde später saß ich neben His Royal Highness Sdech Krom Khun Norodom Chakrapong im „Café de Paris“ in Phnom Phen. Wo ich denn herkomme, was ich hier machen wolle und wie ich denn so unterwegs sei wollte er wissen. Ich erzählte ihm, dass ich mit dem Schnellboot in das 240 km entfernte Siam Reap reisen wolle, um die Ruinen von Angkor Wat zu besuchen. Seine Frage, warum ich denn nicht fliegen würde tat ich dann mit einem kurzen Lächeln ab. Und was machte er? Er nahm sein Handy, tippte mit einem lauten „Bing bing bing“ in die Tasten und buchte mir ein Ticket für einen Platz in der Royal Phnom Phen Airways. Klar, er war ja auch der Eigentümer!

Am nächsten Morgen kam ein Chauffeur des Prinzen vor die Tore meines Guesthouses gefahren, um meine Wenigkeit auf den Flughafen zu fahren. In Siam Reap wurde ich bereits erwartet und sofort in ein Hotel gebracht. Alle Kosten für Unterkunft, Essen und Trinken würden vom Haus übernommen werden. Auf Nachfrage des Hotelmanagers erklärte ich, dass ich Angkor Wat besichtigen wolle. In weniger als einer halben Stunde organisierte er einen englischsprachigen Führer und einen Fahrer mit klimatisiertem Wagen für mich. Sogar das Eintrittsgeld in Höhe von 40 US Dollar war bezahlt.

Die Welt ist voller Überraschungen!

 

 

STORY #1 – Ein italienscher Sommer

 

 

Story #2 – Unterwegs durch Buddhas Bergwüste

 

 

STORY #3 – Geburtstag in Island

 

 

STORY #4 – Tölten in Lýtingsstaðir

 

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